Dieser Artikel wurde von Joachim Wagenhäuser geschrieben, Piano Intensiv Coach, Konzertpianist, Klavierpädagoge und NLP-Trainer.
Es ist Donnerstagabend, und ich greife mit dem heutigen Blogbeitrag mal wieder in mein Newsletter-Archiv.
Das Thema interessiert eigentlich Alle, die in irgendeiner Form mit dem Thema “öffentliches Auftreten” zu tun haben: LAMPENFIEBER!
Hier also der – wieder etwas ausführlichere – Newsletterbeitrag.
Lampenfieber! Für die Einen ein Schreckgespenst, für die Anderen ein Ansporn, ein Adrenalinkick!
Wie geht es Ihnen damit?
Freuen Sie sich auf kleinere oder größere Auftritte oder möchten Sie diese am liebsten vermeiden? Manchmal kann auch das Vorspiel in der Klavierstunde mit Aufregung verbunden sein.
Doch wie können Sie am besten damit umgehen?
In einschlägigen Büchern finden Sie Hinweise wie “Zuerst die Aufregung/das Lampenfieber/die Angst annehmen und akzeptieren”. Auch gibt es Atemübungen oder Sie können Entspannungsmethoden wie das Autogene Training oder die progressive Muskelentspannung nutzen, um Ihren Adrenalinpegel auf ein gutes Maß runter zu bringen.
Eine der Hauptursachen für übermäßiges Lampenfieber, das Sie beim Klavierspielen blockieren kann, ist die eigene Erwartungshaltung: “Au weia: Ich habe zu wenig geübt” oder auch “Ich habe so gut geübt und zu Hause hat’s super geklappt: das will ich jetzt zeigen!”
Manchmal wundern Sie sich vielleicht, dass Sie zwar (zu) wenig geübt haben, das Stück aber in der Klavierstunde ziemlich gut klappt. In einem Vorspiel wäre der Stresspegel aber dann wahrscheinlich recht hoch.
Haben Sie hingegen ausreichend und effizient geübt, gibt es eigentlich keinen Grund, Angst zu haben.
Eigentlich…
Wenn da nicht diese innere Stimme wäre, die so gerne unkt…
Hier sind ein paar konkrete Tipps zum Thema “Lampenfieber”.
Immer vorausgesetzt, Sie haben sich gut vorbereitet*, hilft die Arbeit an Ihrer “inneren Einstellung”.
* Zur guten Vorbereitung zählen übrigens auch markierte und immer wieder geübte “Wiedereinstiegs-Stellen”, damit Sie bei einem Verspieler sofort wieder einsetzen können und nicht immer von vorne beginnen müssen
Ihre “innere Einstellung” :
1. Vergleichen Sie niemals Äpfel mit Birnen, d.h. vergleichen Sie zu Hause mit zu Hause, Klavierunterricht mit Klavierunterricht, kleines Vorspiel mit kleinem Vorspiel, Konzert mit … usw. Es sind jeweils VÖLLIG ANDERE SITUATIONEN!
2. Der Gedanke, die Erwartungshaltung “Etwas zeigen wollen” (= beweisen wollen) setzt Sie vielleicht unter Druck. Finden Sie Ihren persönlichen “Stresslevel” heraus. Manche Leute kommen bei Wahnsinnsstress überhaupt erst in die Gänge und blühen in Konzerten richtig auf, während andere zB mit Entspannungsübungen sich runterholen müssen, auch wenn sie nur einem Familienmitglied 4 Takte vorspielen.
3. Statt “Was zeigen wollen” probieren Sie’s mal mit einer liebevoll-neugierigen Grundeinstellung: Sie wissen, dass Sie Klavier spielen lieben und sind neugierig, was Sie von dem zu Hause gut Vorbereiteten schon im Unterricht umsetzen können. Neugierde, Dankbarkeit und Liebe sind die “Allzweckwaffen” gegen fast jede Art von Angst!
4. Konzentrieren Sie sich auf das “schöne Musik machen” statt auf eventuelle Missgriffe. Das verändert Ihren Fokus auf konstruktiv-musikalisches Denken und Fühlen.
5. Ein Freund von mir ist Preisträger im Warschauer Chopin-Wettbewerb (heißt: er weiß wovon er spricht, wenn es um Bühnenerfahrung geht). Wir spielen zusammen vierhändig. Er erzählte mir einmal, dass seine Einstellung bei “Angststellen” sei: “Einfach spielen!” (= nicht drüber grübeln, sondern mit neutral-egal-Einstellung einfach durch). Hat mir damals sehr geholfen.
6. Machen Sie eine NLP-Ausbildung (schauen Sie mal bei www.explorers-akademie.de rein, da hab ich meine NLP-Ausbildung gemacht) oder lassen Sie sich kurzzeitig mit NLP coachen. Ohne Witz: das kann Ihnen innerhalb kürzester Zeit helfen, Blockaden abzubauen. Wird inzwischen sogar manchmal an Musikhochschulen als Psychotraining angeboten.
7. Als Erwachsene/r haben Sie wahrscheinlich schon viele Lernerfahrungen gemacht. Bei den meisten Negativ-Erfahrungen ist es wahrscheinlich so, dass sie schon längere Zeit zurückliegen. (Ich spreche hier von wirklich neuen Inhalten, nicht von der “Schule des Lebens”) Sie beschäftigen sich also die meiste Zeit mit Dingen, die Sie ausgesucht haben, weil Sie diese schon können. Jetzt kommt was Neues (Klavier spielen) und Sie fangen erstmal bei Null an – und stellen fest, was alles noch fehlt. Diese Situation sind Sie eigentlich nicht mehr gewohnt und Sie haben vielleicht den Eindruck, sich “blöde” anzustellen. Das ist aber VÖLLIG NORMAL!!!!!!! Sie sollten mich mal sehen, wenn ich es wage, auf ein Pferd zu steigen…
8. Wenn Sie Ihre innere Einstellung verändern wollen, ÜBEN SIE AUCH DIESES – und zwar immer wieder und wieder schon einige Tage VOR der Klavierstunde! Stellen Sie sich vor, wie Sie idealer Weise drauf sind, zB gelassen, ruhige Hände, sicher, liebevoll. “Erleben” Sie Ihre Idealsituation im Voraus mit allen Sinnen: Wie sehen Sie aus? Wie ist Ihre Körperhaltung? Wie klingt es wenn Sie spielen? Wie fühlen Sie sich (idealer Weise!)? Auch wenn Sie sich das erstmal nicht glauben wollen: steter Tropfen hölt den Stein. Bleiben Sie also dran und üben Sie Ihren mentalen Idealzustand.
Vielleicht hilft Ihnen ja das ein oder andere Beispiel, das würde mich freuen! Schreiben Sie mir, wenn Sie etwas umsetzen konnten! (Auch KLEINE Erfolge sind Erfolge – auf dem Weg zum größeren Erfolg! )
Auch das obige Thema können wir in meinem Spezial-Programm “Piano Intensiv Coaching” bearbeiten. Mithilfe von NLP-Coaching-Methoden gelingt häufig die ein oder andere Verbesserung.
Melden Sie sich gleich zu einem kostenlosen Piano-Probecoaching an, denn mein Kontingent ist derzeit sehr begrenzt! (Themen wie dieses finden allerdings keinen Platz im Probecoaching, da bitte ich um ihr Verständnis.)
Ich nehme mir im Probecoaching dann ca. 1,5 – 2 Stunden Zeit für Sie und schicke Ihnen danach auch noch ein Protokoll mit den wichtigsten Tipps aus dem Coaching – egal ob Sie Piano Intensiv Coaching bei mir buchen oder nicht!
Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Ich coache auch Kammermusik-Ensembles, auch Anfänger-Niveau!
Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme und wünsche Ihnen eine schöne Zeit!
Ihr Joachim Wagenhäuser,
Piano Intensiv Coach